Was ist ein Multiples Myelom?

Multiples Myelom ist eine Krebserkrankung des Knochenmarks. Es gehört zu den weniger bösartigen Geschwülsten, die vom Knochenmark ausgehen. Der Multiples Myelom entsteht hauptsächlich durch die unkontrollierbare Vermehrung der geschädigten B – Plasmazellen. Diese dringen meistens gleichzeitig ins Knochenmark ein. Sie stören die Bildung von roten Blutkörperchen. Dabei regen sie das Wachstum von Zellen an. Diese beginnen das Knochenmark abzubauen.

 

Beschwerden

Bei Multiples Meylom kann es zu den verschiedensten Beschwerden kommen. Die häufigsten beim Knochenabbau sind:

  • Rückenschmerzen
  • Knochenbrüche ohne Ursache
  • ständige Müdigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • häufige Infekte
  • Neigung zu Blutungen

Im Krankheitsverlauf produzieren die B – Plasmazellen funktionslose, anstatt funktionierende Antikörper. Diese werden als Paraproteine bezeichnet. Sie lassen sich im Urin oder Blutserum nachweisen. Typische Anzeichen für diese Krankheit, die im Blut nachgewiesen werden müssen sind zum Beispiel ein erhöhtes unkontrolliertes Wachstum von Plasmazellen im Knochenmark, meistens über zehn Prozent. Desweiteren weisen eine gestörte Nierenfunktion und ein erhöhter Kalziumanteil im Blut auf die Krankheit hin. Befinden sich mehr als 30 Gramm der Paraproteine, also der Eiweiße im Blut, so kann auch das ein Anzeichen für Multiples Myelom sein.

 

Krankheit im fortgeschrittenen Alter

Auch Rückenschmerzen gehören zu den Symptomen des multiplen Myeloms.

Auch Rückenschmerzen gehören zu den Symptomen des multiplen Myeloms.

Der Multiples Myelom betrifft hauptsächlich Menschen im fortgeschrittenen Alter. Die meisten Patienten sind älter als 60 Jahre. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 100. 000 Menschen an Multiples Myelom . Mit dem Altersanstieg steigt das Risiko der Erkrankung deutlich an. Das entspricht etwa der Statistik, dass von 100. 000 der über 80-jährigen Menschen , ungefähr 40 an Multiples Myelom erkrankt sind. Die Krankheit kommt sowohl bei Männern als auch bei Frauen gleich häufig vor.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Bis dato ist es nicht möglich, Patienten mit einem multiplem Myelom vollständig zu heilen. Verursacht die Erkrankung noch keine Symptome, so werden die Betroffenen zunächst nur kontrolliert und beobachtet. Eine Therapie ist dann erforderlich, wenn sich Veränderungen an den Knochen zeigen. Dafür stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

Chemotherapie

Eine Chemotherapie verläuft normalerweise in Zyklen. Für eine klassische Kombinationstherapie werden hauptsächlich das Kortisonpräparat Prednison sowie das Zytostatikum Melphalan verwendet. Mit Hilfe einer Chemotherapie soll vor allem eine Reduktion der Knochenmarksplasmazellen erreicht werden und sie wird vorwiegend bei einem multiplem Myelom ab Stadium II sowie bei Patienten über 65 Jahren indiziert.

Autologe Stammzelltransplantation

Bei dieser Form der Therapie werden aus dem Knochenmark der Betroffenen Stammzellen gewonnen, die dem Patienten nach der Chemotherapie wieder zurückgegeben werden. Dadurch kann sich die Blutbildung innerhalb kurzer Zeit regenerieren. Allerdings ist diese Therapieform an eine sehr hochdosierte Chemotherapie geknüpft, die ihre eigenen Risiken birgt.

Allogene Stammzelltransplantation

Hier werden Stammzellen von einem fremden Spender transplantiert, wofür die Patienten aber bestimmte Voraussetzungen mitbringen müssen. Grundsätzlich besteht hier die Gefahr einer Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion, sodass die Patienten oft bis zu 12 Monate Medikamente einnehmen müssen, um eine Abstoßung zu unterdrücken.

Strahlentherapie

Das Ziel einer Strahlentherapie ist es, die Teilungsfähigkeiten der Krebszellen zu stoppen. Als Nebenwirkungen können Erbrechen, Durchfall oder auch Hautrötungen auftreten.

Immunmodulation

Diese Therapieform hat sich in den letzten Jahren als sehr wirksam erwiesen. Dabei wird das Ausschütten von tumor- oder entzündungsfördernden Stoffen mit Hilfe von so genannten IMiDs (Immunmodulatory Drugs) gehemmt. Diese wirken gezielt gegen die Prozesse, die den Tumor auslösen.

Proteasominhibition

Proteasomen sind Proteinkomplexe, die das Absterben bzw. das Wachstum der Zellen regulieren. Innerhalb der EU ist jedoch bisher nur ein Proteasominhibitor zugelassen.

Zur Abschwächung und Verlangsamung der Osteolysen (Knochenabbau) sollten Patienten mit einem multiplen Myelom außerdem frühzeitig Bisphosphonate erhalten. Komplikationen wie eine Hyperkalzämie (erhöhter Kaliumspiegel) müssen ebenfalls medikamentös behandelt werden. Bei der Diagnose eines multiplen Myeloms empfiehlt es sich darüber hinaus, sich gegen Pneumokokken bzw. Grippeviren impfen zu lassen.

Oftmals können im Rahmen einer Therapie auch andere Organe in Form von Knochenschädigungen, Rückenmarkskompressionen oder eingeschränkte Nierenfunktionen in Mitleidenschaft gezogen werden. Ergänzende Maßnahmen können dann helfen, diese Symptome zu bekämpfen.

 

Prognose

Falls der Erkrankte nicht behandelt wird so liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit bei sechs Monaten. Durch die Behandlung mit dem Medikament Melphalan/Prednison wird die Lebensdauer auf drei Jahre verlängert. Eine Chemotherapie kann das Leben des Erkrankten auf bis zu fünf Jahre verlängern.

 

Geschichte

Die Krankheit ist schon seit vielen Jahrhunderten bekannt. Einige Knochenfunde aus dem 2. Jahrhundert weisen Merkmale diese Krankheit auf.

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